Preiserhöhungen gehören zu den anspruchsvollsten Disziplinen im Vertrieb.
Kaum ein anderes Thema löst so viel Unsicherheit, Emotion und Zögern aus.
Doch Fakt ist: Wer Preise nicht aktiv steuert, verliert stillschweigend Marge und am Ende Wettbewerbsfähigkeit.
Trotzdem werden Preisanpassungen in vielen Unternehmen immer noch halbherzig vorbereitet, reaktiv geführt und schlecht dokumentiert.
Das führt zu Stress im Vertrieb, Unsicherheit beim Kunden und verpassten Chancen.
Dabei gilt: Nicht die Preisanpassung selbst ist das Problem, sondern ihre Umsetzung.
Die drei teuersten Fehler bei Preisanpassungen
Viele Preiserhöhungen starten mit einem schlechten Gefühl: „Wir müssen wohl erhöhen …“
Ohne klare Zieldefinition, Kundensegmentierung oder interne Abstimmung wird die Maßnahme zur Zitterpartie.
Die Folge: Jeder Vertriebler argumentiert anders, wichtige A-Kunden fühlen sich übervorteilt, und das Team steht hinter der Entscheidung nur halbherzig.
Lösung: Eine Preisanpassung ist keine notwendige Pflicht, sondern eine strategische Maßnahme. Wer differenziert vorgeht – nach Produkten, Kundengruppen und Wertbeitrag, kommuniziert klar, nachvollziehbar und selbstbewusst.
„Wir müssen erhöhen, weil alles teurer wird.“
Solche Sätze zerstören Vertrauen schneller, als jeder Prozentpunkt wieder gutmachen kann.
Professionelle Einkäufer erkennen sofort, ob eine Preiserhöhung argumentativ sauber vorbereitet ist. Fehlen Fakten, Nutzenargumente oder Differenzierung, kippt das Gespräch.
Lösung: Erklären Sie nachvollziehbar, warum und wofür Sie anpassen. Statt auf steigende Kosten zu verweisen, sollten Sie auf den Kundennutzen fokussieren: Qualität, Lieferfähigkeit, Servicegrad, technologische Weiterentwicklung. Nur so wird aus einer Preiserhöhung ein Beleg für Professionalität.
Der häufigste, aber teuerste Fehler: Das Management beschließt eine Preisanpassung, informiert das Team und überlässt den Rest mehr oder weniger dem Zufall.
Ohne Training, Argumentationshilfen und klare Gesprächsleitfäden fühlen sich viele Vertriebler allein gelassen. Das Ergebnis: Unsicherheit, Rabattkompromisse, Verwässerung der Maßnahme.
Lösung: Ein professionelles Preisgespräch ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis von Vorbereitung und Übung. Vertriebsteams müssen wissen, wie sie argumentieren – nicht nur dass sie erhöhen sollen. Rollenspiele, Leitfäden und Preissimulationen sind keine Theorieübungen, sondern Erfolgsvoraussetzungen.
Preisgespräche sind kein Versuchsfeld, sondern eine Kompetenzdisziplin
In erfolgreichen Unternehmen gehört Preiskompetenz zur Kernqualifikation jedes Vertrieblers.
Denn: Wer den Preis souverän kommunizieren kann, verkauft nicht teurer, sondern überzeugender.
Das Fundament dafür bilden:
- ein gemeinsames Wording,
- eine fundierte Begründung,
- und ein strukturierter Gesprächsleitfaden.
So bleibt die Kontrolle über das Gespräch und das Vertrauen des Kunden erhalten.
Preisanpassungen ohne Kundenverluste: Das Fazit
Preisanpassungen sind kein notwendiges Übel, sondern ein strategisches Instrument der Unternehmenssteuerung.
Sie entscheiden über Marge, Rentabilität und Zukunftsfähigkeit.
Wer sie professionell vorbereitet, gewinnt doppelt: an Ertrag und an Kundenvertrauen.
Oder in einem Satz: Preiserhöhungen sind kein Risiko, wenn man sie wie ein Projekt führt.








